Funktionen der Hecken

Hecken können Bodenerosion verhindern!

Von Heckenschutz | Oktober 9, 2011

 

Hecken können Bodenerosion verhindern!

Nachdem ein Staubsturm -auf der A19 bei Rostock- zu einer Massenkarambolage mit 8 Toten und 131 Verletzten geführt hat,
kommt nun endlich auch wieder die Bedeutung der Heckenlinien in der Landschaft in den Blick
(http://www.n-tv.de/wissen/Staubstuerme-kann-man-bremsen-article3110751.html?service=print).
Doch nicht nur die Bodenerosion kann durch Hecken und Wallhecken gebremst werden. Die Hecke hat viele Vorteile für die Landwirtschaft und kann das Artensterben in der sonst so ausgeräumten Landschaft verhindern. Die vielfältigen Funktionen einer Hecke und ihre ökologische Bedeutung sind vielfach beschrieben und dokumentiert worden (siehe u.a.: www.docstoc.com/docs/37477899/Bedeutung-von-Hecken-in-Feld-und und: Materialien und links auf dieser Seite sowie: www.heckeninderlandschaft.npage.de).
Nun kommt es darauf an, Heckenpflanzprogramme überall in Gang zu setzen (vgl.: http://www.bluehende-landschaft.de/fix/doc/appell_fuer_mehr_heckenbaender_ueberall_2011.pdf) und dann diese Hecken durch eine behutsame, naturnahe Pflege auch zu erhalten (siehe u.a.: Kap. Heckenpflege und Literatur...).
Für die Böden ist ohnehin die “Alarmstufe Rot” vielfach angesagt worden, denn “Intensive Landwirtschaft zerstört (diese) wichtige Lebensgrundlage”; siehe u.a.: http://www.pressetext.com/news/20110614018


Foto: Bodenerosion bei Dannenberg-Tramm (Wendland)
Die Bodenerosion wird auch in Deutschland zu einem ökologischen und ökonomischen Problem, wie Atlant Bieri am 9.6.2011 in der Süddeutschen Zeitung schreibt (”Bodenlos”, S. 9). Falsche EU-Agrarförderung begünstigt die Fläche und bodenzerstörende Praktiken. Eigentlich gehört es laut “Bodenschutzgesetz” zu den “Grundsätzen der guten fachlichen Praxis”, dass insbesondere “die naturbetonten Strukturelemente der Feldflur, insbesondere Hecken, Feldgehölze, Feldraine und Ackerterassen, die zum Schutz des Bodens notwendig sind, erhalten werden”. Doch tatsächlich übersteigt der rasante Abbau der fruchtbaren Erde immer stärker die natürliche Bodenneubildung.

Im Schermbecker Umland werden Feldraine gezielt weggepflügt und ständig abgemäht (auch durch die Bauhöfe), Hecken u.a. durch falsche Pflege allmählich in schüttere Baumreihen oder zu wertlosen Spalieren verwandelt. Die weiter vordringenden Mais-Monokulturen, die Grünlandumbrüche und großflächigen Spritzungen mit Totalherbiziden kommen noch verschärfend dazu.


Schermbeck (Kreis Wesel), "An-der-Vogelstange" (Jan. 2011): Nur die Strommasten hindern den Landwirt noch daran, bis an den Straßenkörper heranzupflügen!

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Zur Bedeutung der Hecken als Biotopverbundlinien siehe u.a.: http://www.bund-herzogtum-lauenburg.de/projekte/knicks/   - Fotos zu den Lebensadern (Biotopverbundlinien) Hecken, siehe: http://www.bing.com/images/search?q=Hecken+in+der+Landschaft&qpvt=Hecken+in+der+Landschaft&FORM=IQFRML#a

Zu Baumreihen in Form von Alleen, siehe auch: http://www.alleen-fan.de/Information/index.html
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Presseinformation:

Hecken fördern Artenvielfalt bei Feldvögeln stärker als ökologischer Landbau


Nr. 242/2010 - 19.11.2010


Göttinger Agrarökologen untersuchen Effizienz von agrarwirtschaftlichen Umweltmaßnahmen

(pug) Sowohl freistehende Hecken als auch der ökologische Landbau fördern die Zahl der Feldvögel in einer Kulturlandschaft. Agrarökologen der Universität Göttingen sind nun der Frage nachgegangen, welche der beiden Maßnahmen die effektivere ist. Dabei wiesen sie einerseits nach, dass die ökologische Bewirtschaftung von Grün- und Ackerland einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt der Feldvögel hat. Andererseits leisten Hecken aber einen deutlich größeren Beitrag: Je länger die Hecke, umso mehr Feldvogelarten kommen in ihrer Umgebung vor. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Biological Conservation erschienen.

„Wenn man die Länge einer Hecke von 50 Metern auf 250 Meter erhöht, steigt die Zahl der vorhandenen Feldvogelarten von zwei auf zehn“, so Dr. Péter Batáry, der zurzeit als ungarischer Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen forscht. Gleichzeitig untersuchte Dr. Batáry, in welcher Art von Landschaft das Anpflanzen von Hecken die größte Bedeutung hat. Dabei konnte er den positiven Effekt in diesem Ausmaß nur für Hecken in „ausgeräumten“ Landschaften nachweisen, in denen weniger als 17 Prozent des Bodens naturbelassen sind. In naturnahen und strukturell komplexen Landschaften mit wenig Landbau ist die Artenvielfalt von vornherein sehr hoch. Hier haben lokale Maßnahmen des Umweltmanagements nur eine geringe Effizienz. „Diese Ergebnisse zeigen, dass bei agrarwirtschaftlichem Umwelt- und Naturschutz die Bedeutung der Landschaftsstruktur viel stärker als bisher berücksichtigt werden muss. Entgegen der landläufigen Meinung lohnen sich lokale Maßnahmen in ‚ausgeräumten‘ Landschaften viel mehr als in naturbelassenen“, betont Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen.

Darüber hinaus spielen auch artspezifische Besonderheiten eine Rolle. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die Dichte von am Boden brütenden Feldvögeln wie der Feldlerche in einer Landschaft mit ökologischem Anbau verdoppelt. Dr. Batáry kommt deshalb zu dem Schluss: „Beide Maßnahmen – Hecken wie Öko-Landbau – leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Feldvögel, von denen viele Arten bedroht sind.“

http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=3713

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Hier geht es (demnächst) zu Downloads (Artikel zur ökologischen Bedeutung der Hecken):

-Jürgen Kruse, Hecken als Lebensraum, Rubrik: Bienen & Umwelt (Blühende Landschaft-vitale Bienen-erfolgreiche Imkerei), Imkerzeitschriften, u.a.: ADIZ, 5-2007.

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http://www.djz.de/447,723/

Heckenlandschaften

Hecken sind typische Bestandteile in der Kulturlandschaft, sozusagen Kulturgut. Ihre außerordentlich bedeutsame Rolle im Naturhaushalt können sie aber nur erfüllen, wenn sie gepflegt werden.

Von Hans Joachim Steinbach
 


 

Nicht mehr funktionsfähige Hecken sollten durch eine durchgehende sanierung komplettiert und entsprechend gepflegt werden.

 

1.Worin liegt die ökologische Bedeutung der Hecken?

Hecken sind in der offenen Landschaft Rückzugsgebiete für viele bedrohte Arten und weisen einen großen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren auf.

In den letzten 30 Jahren verschwanden im Rahmen der Intensivierung der landwirtschaftlichen Großraumproduktion vielerorts die flurgestaltenden Elemente, so auch viele Hecken. Die heute noch vorhandenen Hecken sind Oasen in einer ausgeräumten »Agrarsteppe«. Auch für die Landwirtschaft selbst geht von den Hecken eine positive Wirkung auf die Agrarproduktion aus: Schattenwirkung (Bodengare), Windschutz (Erosion), Klimawirkung (Wasserhaushalt), Insektenreichtum, Lebensraum für Vögel (Pflanzenschutz), Kleinsäugerbiotop.

2. Wie kann man die Sünden der Vergangenheit korrigieren?

Das Anlegen von Hecken und anderen Feldgehölzen bietet sich im Rahmen der Flurneuordnung und Flächenstillegung an. Als Landschaftsschutzmaßnahmen werden solche Vorhaben auch öffentlich gefördert.

Das Anlegen von Hecken sollte nach dem sogenannten Vernetzungsprinzip erfolgen. Durch die Verbindung der Hecken untereinander und mit anderen Feldgehölzen und dem Wald entstehen »Trittsteine« in der Natur. Bei der Planung, Durchführung und Pflege solcher »Biotopverbundsysteme« sollten die Jäger mit den Landschaftsplanungsbüros, den Bauern und örtlichen Naturschutzgruppen zusammenarbeiten.

3. Wie geht der Revierinhaber an die Realisierung von Heckenanpflanzungen heran?

Bevor man ein Heckenprojekt beginnt, muß eine Absprache mit dem Bodeneigentümer erfolgen, dessen Zustimmung muß vorliegen. Zweckmäßig ist auch die Einbeziehung der umliegenden Nutzer der Feldflächen, die wertvolle Hinweise geben können.

Einfacher als eine Neuanlage ist die Sanierung vorhandener Hecken. Sind diese lückig geworden, Bäume umgestürzt oder vertrocknet, sollte man durch Ergänzungspflanzungen die Hecke wieder dicht machen. Nur so kann sie ihre ökologische Rolle erfüllen.

4. Wie sollte eine Hecke zweckmäßigerweise aufgebaut sein?

Eine optimale Heckenstruktur entsteht wenn sowohl eine Kraut-, Sträucher- als auch Baumschicht vorhanden ist. Dabei spricht man von einem stufigen Aufbau. Kernzonen bilden dabei die Bäume (große und mittlere).

Als große Bäume bevorzugt man masttragende Gehölze wie Eichen, Buchen oder Kastanien. Von den kleineren Bäumen eignen sich Ebereschen, Wildobst, Feldahorn, Hainbuche oder Aspe. Um die Bäume herum kommt die sogenannte Strauchschicht mit Beeren- und Dornensträuchern; das macht die Hecke dicht. Bewährte Sträucher sind: Hartriegel, Holunder, Brombeere, Schlehe, Schneebeere, Hirschholunder, Wildrosen, Heckenkirsche , Ginster. Die jeweiligen Bodenansprüche müssen beachtet werden. Den Mantel einer solchen Hecke bilden dann die Kräuter wie Steinklee, Kamille, Wucherblume und andere.

Wo es möglich ist (Stillegungsflächen), sollte man nach Absprache vor die Hecke noch einen Äsungsstreifen als Wildacker einsäen. Eine Dauermischung aus Klee, Luzerne, Futtergräsern und verschiedenen Wildkräutern eignet sich dafür besonders. Eine so angelegte Hecke wird nicht nur bevorzugter Aufenthaltsort und geschützte „Kinderstube“ für Rebhuhn, Feldhase, Kaninchen, Fasan und Rehwild, sondern auch ein bevorzugter Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, Kriechtiere, Kleinsäuger und Insekten.

5. Welche Pflegemaßnahmen sind bei älteren Hecken notwendig?

Bei älteren Gehölzen ist ein Verjüngungsschnitt oder ein „auf den Stock setzen“ zu empfehlen. Heckenplanzen regenerieren sich sehr schnell. Ergänzungspflanzungen sollten mit standortgerechten Gehölzen erfolgen, die bisher fehlen.

Gehölze sollten immer in Mischung angelgt werden und als Gruppenpflanzung erfolgen (gegenseitiges Erziehen). Neupflanzungen müssen entsprechend gegen Wildverbiß und Fegen geschützt werden.

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zu Hecken siehe auch: Literatur und Hinweise auf dieser homepage und: http://transitionallgaeu.wordpress.com/themen/baume-und-hecken/


 

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