Bienen in Gefahr - Pestizide verbieten!

Bienen sterben durch industrielle Agrarproduktion mit ihren Pestiziden und Monokulturen:

„Bevor ein Volk kollabiert, wurde es oftmals schon durch verschiedene Faktoren geschwächt. Die eigentlichen Ursachen sind häufig nicht eindeutig zu klären. Neben der Varroamilbe ist die industrielle Agrarproduktion mit ihren Pestiziden und Monokulturen die Hauptbelastung für die Gesundheit der Bienen. In den dramatisch zunehmenden Monokulturen wie Mais verhungern unsere Bienen sogar.“ http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/26913.html

,,Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr...‘‘ soll Albert Einstein mal gesagt haben. Dossier: Bt-Mais und Bienen: http://www.keine-gentechnik.de/dossiers/bt-mais-und-bienen.html

Zur naturnahen Imkerei heute siehe vor allem: www.immenfreunde.de
und: http://www.oekobeute.de/de/warre/index.shtml  und: http://www.imkerdemo.de/

Schon lange weist auch die CBG (Coordination gegen Bayer-Gefahren) darauf hin, dass  Pestizide eine große Gefahr für die Bienen darstellen:  http://www.cbgnetwork.org/2556.html und: http://www.cbgnetwork.org/4917.html

Siehe auch den Film: "More than honey": Hintergrund:
Das Sterben von Bienen und Wildinsekten führt zu einer verringerten Bestäubungsleistung, wodurch die Ernährungssicherheit in Gefahr gerät. Die UN-Umweltbehörde UNEP bezeichnet Imidacloprid und Clothianidin in einem Bericht zu globalen Bienensterben explizit als Bedrohung zahlreicher Tierarten. Im Frühjahr 2008 löste der Einsatz von Clothianidin im Mais-Anbau das größte Bienensterben der vergangenen Jahrzehnte aus. Zeitgleich verschwanden wildlebende Insekten, die ihrerseits als Nahrung für Vögel dienen. In Deutschland, Italien und Frankreich wurden die Wirkstoffe für die wichtigste Anwendung, die Behandlung von Mais, verboten. Dies hindert den BAYER-Konzern nicht, die Präparate in mehr als 100 Länder zu exportieren. http://www.cbgnetwork.org/4742.html - website zum Film (Trailer) www.morethanhoney.de

Profit vor Schutz der Lebensgrundlagen?: "Die chemische Industrie,
die großen Hersteller von Agrargiften und Pestiziden und die Agrochemielobby haben ein massives ökonomisches Interesse, die Vergiftung der Bienenvölker durch Agrargifte, gentechnisch veränderte Pflanzen und die Monokulturen einer industriellen Landwirtschaft herunter zu spielen. Die Varroamilbe wird zur hauptsächlichen Ursache des Bienensterbens erklärt. Wissenschaftliche Untersuchungen werden von der Industrie massiv beeinflusst. Die chemische Industrie in Deutschland gehört zu den größten der Welt. Sie neigt dazu, alle gesetzlichen Regelungen, die die Risiken für Menschen, Umwelt und Bienen reduzieren sollen, zu torpedieren. Bei einer aktuellen Studie, einem Bienenmonitoring, wurden 50 Prozent des Projekts von der Industrie (BASF, Bayer und Syngenta) finanziert. Große methodische Mängel, falsch ausgewählte Stichproben, ein unzureichender Untersuchungsrahmen und fehlerhafte statistische Methoden führen das Bienenmonitoring jedoch ad absurdum. Kein Wunder, dass die "objektive" Studie die Varroamilbe als Hauptproblem sieht... (zur Kritik der Studie:
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/chemie/20110125_chemie_bienenmonitoring_studie.pdf ) Die Manipulationsmacht der Chemiekonzerne ist ungebrochen."
Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/bienensterben.html

Siehe auch:

http://www.innovations-report.de/html/berichte/umwelt_naturschutz/bericht-33414.html und: http://www.arte.tv/de/theorien-zur-erklaerung-des-massiven-bienensterbens/3166056,CmC=6838942.html und:

Film "Unser täglich Gift" http://www.arte.tv/de/unser-taeglich-gift-ein-dokumentarfilm-von-marie-monique-robin/3673748,CmC=3673928.html - Material, u.a.: Was tun, wenn Essen krank macht? - http://future.arte.tv/de/thema/was-tun-wenn-essen-krank-macht#article-anchor-3776  und: http://www.arte.tv/guide/de/042273-000/unser-taeglich-gift  und: http://www.videogold.de/unser-taeglich-gift-dokumentation-arte7-vom-15-03-2011/

und: Film "Monsanto, mit Gift und Genen" http://www.arte.tv/de/monsanto/1912794.html

und: Film "Das Geheimnis des Bienensterbens" http://www.arte.tv/de/der-film/3172852.html und: "Völkerkollaps" (Colony Collaps Disorder) http://de.wikipedia.org/wiki/Colony_Collapse_Disorder

Intensivlandwirtschaft - tödlich für die Bienen: Emsig und am Ende?
Bienen und Imker existenziell bedroht – Umdenken in der Landwirtschaft gefordert
von Walter Haefeker - http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2010/Haefeker.pdf

Weitere aktuelle Informationen zu den Pestizid-Rückständen, die auch unterhalb der Grenzwerte als Chemie-Cocktail (Synergismen) gefährlich werden, u.a. beim NDR: http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/pestizid103.html  -  "Was landet auf dem Feld?": http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/s-h_magazin/media/pestizide115.html - "Pestizide: Rückstände in Lebensmitteln": http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/pestizid105.html

Sommer 2013 - Gifteinsatz bei Hilkenbrook, Samtgemeinde Nordhümmling, Emsland (Foto: J. Kruse)

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Imkerei und Landwirtschaft

Kommerz statt Artenvielfalt: Ein Konflikt / GA-Serie IV
Lüchow (hke) Eigentlich dürfte es keine Konflikte geben zwischen Imkern und Landwirten, denn beide sollten doch von ihrem Selbstverständnis her sich für eine intakte Natur einsetzen, die Imker für eine Artenvielfalt von Blütenpflanzen, die Landwirte für gesunden Boden und unbelastetes Grundwasser, um unbelastete Lebensmittel zu produzieren.

Foto:

Studien belegen, dass durch den einsatz von Spritzmitteln in der Landwirtschaft das Immunsystem der Beinen geschwächt, die Artenvielfalt von Blütenpflanzen und damit die Nahrungsgrundlage der Bienen gefährdet wird. Fotos: Hermann Klepper

Doch die Konflikte zwischen Imkern und Landwirten sind erheblich: Studien belegen, dass durch den Einsatz von Spritzmitteln in der Landwirtschaft das Immunsystem der Bienen geschwächt, die Artenvielfalt von Blütenpflanzen und damit die Nahrungsgrundlage der Bienen gefährdet wird.

Mit dem erheblichen Einsatz von Spritzmitteln und Mineraldünger bei Maismonokulturen, z.B. für Biogasanlagen, wird die Artenvielfalt in unserer Landschaft gefährdet. Auch das belegen Untersuchungen, z.B. vom BUND. Und die Flächen von Maismonokulturen für Biogasanlagen werden ständig mehr, auch bei uns. Anträge auf Erweiterung werden gestellt und neue, größere Biogasanlagen wurden und werden gebaut.

Um mehr Fläche für den Maisanbau für Biogasanlagen zu haben, werden Wegeränder und sogar öffentliche Wege abgepflügt samt Hecken und damit auch der Lebensraum blühender Heckensträucher und Wildblütenpflanzen, zuletzt geschehen in der Gemarkung Oldendorf.

Grün- und Ödland, Nahrungsbereiche der Bienen werden weiter für den Maisanbau umgebrochen, auch wenn es rechtliche Erschwernisse gibt.

Gift im gebeizten Saatgut, z.B. bei Mais- oder Raps, durchdringt die ganze Pflanze und wird von den Bienen über Nektar, Pollen oder ausgeschwitzten Wassertropfen aufgenommen. Wieder werden die Bienen geschwächt und Völker brechen zusammen.
Auch in diesem Jahr habe ich beobachten müssen, wie Hunderte von Bienen, z.T. gekrümmt, nicht mehr flugfähig vor meinen Bienenstöcken benommen herumkrabbelten, geschwächt durch irgendeine Art von Umweltgift. Der größte Teil der Flugbienen hat es überhaupt nicht mehr geschafft zum Stock zurückzukommen.

Es unglaublich deprimierend sterbende Bienen vor ihrem Stock sehen zu müssen, zeigen die Bienen uns doch an, wie es um unsere Umwelt bestellt ist.

Im Laufe der Jahre ist unsere Landschaft an Wildblumen immer mehr verarmt. Nach dem Abblühen des Rapses finden die Bienen so gut wie nichts mehr an Wildblütenpflanzen. Auch das Angebot von Klee im Sommer wird weniger, weil Weide- und Wiesenflächen sowie Ödland weniger werden.

Allein an Wegerändern und Flächen, die ökologisch bewirtschaftet werden, finden die Bienen Tracht, vor allem in der Kornblume.
In der Diskussion Imkerei und Landwirtschaft muss einigen Landwirten sehr deutlich gesagt werden, welche Bedeutung die Honigbiene hat: Sie bestäubt 80 % unserer Kulturpflanzen, darüber hinaus zahllose Wildblumen und ist damit für den Erhalt der Artenvielfalt und daher für das gesamte Ökosystem unverzichtbar.

Es muss einigen Landwirten sehr deutlich gesagt werden, dass die Honigbiene den Berufsimkern ihre Existenz sichert und dass für viele Hobbyimker die Imkerei ein ihnen sinngebender Lebensinhalt ist. Viele von ihnen hören mit der Imkerei auf, wenn die Völkerverluste zu groß sind.

Was ist zu tun? Das Blühstreifenprogramm ist eigentlich absurd, aber ein positiver Ansatz, in keinster Weise ausreichend und nur ein Notbehelf, der belegt, wie arm unsere Landschaft an Wildblütenpflanzen geworden ist.

Aus meiner Sicht ist zu überprüfen, ob Fördermittel für solche Biogasanlagen gerechtfertigt sind, deren Betrieb mit dem Anbau von Maismonokulturen, verbunden mit dem Einsatz von Spritzmitteln und Mineraldünger Boden, Grundwasser und Artenvielfalt gefährdet mit allen negativen ökologischen Folgen und neben anderen negativen Auswirkungen auch noch unsere Landschaft verunstaltet.
Landwirte sollen gut leben können, sie erfüllen mit der Produktion von Lebensmitteln die wichtigste Aufgabe in unserer Gesellschaft. Es tut jedoch eine Landwirtwirtschaft not, die in ihrem eigenen Interessen unbelastete Lebensmittel produziert, die Artenvielfalt unserer Landschaft erhält und somit im Einklang mit den Lebensbedürfnissen der Honigbiene steht.ga25aug2.jpg (20739 Byte)
"Es unglaublich deprimierend sterbende Bienen vor ihrem Stock sehen zu müssen, zeigen die Bienen uns doch an, wie es um unsere Umwelt bestellt ist.", bilanziert Klepper

Foto:

Bienen benötigen blühende Feldränder. Fehlen diese, fehlen die Bienen - und als nächstes fehlen die Früchte, weil nicht mehr bestäubt wird.


(Fotos: Hermann Klepper) - 22.8.2010, General-Anzeiger Lüchow-Dannenberg

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Ein Imkerverein, der sich sehr um die "Bienenweide" kümmert: Der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg - http://www.bienenzuchtverein-sulzbach-rosenberg.de/home.html siehe auch: Bienen in Gefahr - Pestizide verbieten!

Zur "Bienenweide" siehe auch den Katalog aus B.-W.: http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/105070/bienenweidekatalog_2012.pdf?command=downloadContent&filename=bienenweidekatalog_2012.pdf&FIS=200

Zum Bayer-Konzern siehe unten und: http://www.cbgnetwork.org/1.html

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet,

hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.

Keine Bienen mehr,

keine Bestäubung mehr,

keine Pflanzen mehr,

keine Tiere mehr,

kein Mensch mehr.

Albert Einstein

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Kein Super-Gen-Mais von Monsanto nach Europa! - Internet-Petition unterzeichnen!: http://chn.ge/14Yxgro
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Siehe: "Alarm: Glyphosat im Harn von Mensch und Tier" unter: "Literatur u. Hinweise"
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"round up" (=Glyphosat, u.a. von Monsanto) endlich verbieten! - siehe dazu: arte-TV (10.4.2013) - "round up" im Getreide, Mehl, im Tierfutter, im Fleisch, im menschlichen Körper... Pestizide überall: Kombinationswirkungen (Synergismen), Langzeitwirkungen werden ignoriert. Verbraucher werden bei Bedenken gegen Giftstoffe nicht ausreichend geschützt.

X:enius

Giftiges Dioxin im Ei, Schwermetall im Fisch und jetzt auch noch Pestizide im Brötchen? Wissenschaftler fürchten, dass das Spritzmittel Glyphosat doch nicht so unbedenklich ist wie jahrelang gedacht. Rückstände des Pestizids wurden in Mehl, Haferflocken und sogar in Brötchen nachgewiesen. Aber was genau das Pestizid im menschlichen Körper auf lange Sicht anrichten könnte, wenn es sogar das Backen bei 200 Grad übersteht, ist noch nicht hinreichend erforscht.

In Zeiten, in denen ein Lebensmittelskandal den nächsten jagt, backen sich die "X:enius"-Moderatoren Caro Matzko und Gunnar Mergner deshalb ein garantiert giftfreies Brötchen: Hilfe bekommen sie von einem Bio-Bäcker im niederbayerischen Ruderting. Er weiß genau, woher seine Zutaten stammen. Zudem ist eine Lebensmittelexpertin zu Gast, die erklärt, was man mit ruhigem Gewissen essen kann. -(Deutschland, 2013, 26mn) - BR - ein weiterer Ausstrahlungstermin: Mittwoch, 1. Mai 2013, 05:00 Uhr. http://videos.arte.tv/de/videos/x-enius--7430196.html 

Siehe auch: Roundup: Das Vielfalt-Vernichtungsmittel in unserem Garten  http://www.utopia.de/magazin/roundup-das-vielfalt-vernichtungsmittel-in-unserem-garten  Der Film dazu: "Monsanto, mit Gift und Genen" http://www.arte.tv/guide/de/036531-000/monsanto-mit-gift-und-genen

15.000 Tonnen des Pestizids Glyphosat (besonders: "round up" von Monsanto) werden jedes Jahr in Deutschland eingesetzt. Dabei steht der Stoff im Verdacht giftig für den Menschen zu sein. ZDFzoom geht dem Wirkstoff auf die Spur. Mehr in der ZDF-Dokumentation "Das stille Gift": http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1896330/ZDFzoom-Das-stille-Gift#/beitrag/video/1896330/ZDFzoom-Das-stille-Gift

Schermbeck (Kreis Wesel,NRW), Westricher Str. (04/2011): Vor der Mais-Einsaat -  "round up" (Totalherbizid: Glyphosat) wird trotz vieler Berichte über die Gefährlichkeit der Chemikalie großflächig auf Äckern und Wiesen verspritzt - wie hier - auch bis in Entwässerungsgräben hinein! (Foto: J. Kruse)  - Leider benutzen -gedankenlos- auch sehr viele Menschen in ihren Privatgärten dieses "Pflanzengift"!

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"round up" ist gefährlich!" - "round up" verbieten! Siehe: http://umweltinstitut.org/gentechnik/aktionen/onlineaktion_roundup-910.html

Das meistverkaufte Pflanzengift der Welt
 

Umweltzerstörung Wälder und DschungelGlyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. Der US-Agromulti Monsanto brachte es 1974 unter dem Namen Roundup auf den Markt. Heute wird Glyphosat in verschiedenen Varianten und von zahlreichen Unternehmen produziert und vertrieben. Die Produkte enthalten unterschiedliche Mengen an Glyphosat und Hilfsstoffe. Art und Zusammensetzung der Zusatzstoffe sind das Geschäftsgeheimnis von Monsanto und anderen Herstellern und werden nicht veröffentlicht.

Glyphosat wirkt über die Blätter und hemmt einen lebenswichtigen Stoffwechselprozess in den Pflanzen. Die Wirkung tritt innerhalb einer Woche ein, die Pflanzen sterben ab. Der Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Nutzflächen war vor 1996 kaum möglich. Denn es tötet alle Pflanzen - Unkräuter wie Nutzpflanzen.

So ist Roundup die Ursache für die Entwicklung der Gensoja und für den Anbau genmanipulierter Pflanzen. 1996 gelang es Monsanto, ein bakterielles Gen in Sojabohnen einzubauen, mit Hilfe dessen die Pflanzen ein bestimmtes Enzym, das EPSPS (5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat- Synthase) produzieren. Dieses Enzym lässt die Sojapflanzen die Giftregen überleben. Seither werden so genannte Roundup-Ready-(RR)-Soja, -Mais, -Raps, -Zuckerrüben, -Baumwolle und -Alfalfa, vor allem in den USA, Argentinien, Brasilien und Kanada kommerziell angebaut. 2010 wuchsen auf 148 Millionen Hektar genmanipulierte Pflanzen, über 95 Prozent des Gen-Soja und knapp 80 Prozent der sonstigen Gen-Pflanzen sind herbizidresistent, überwiegend gegen Glyphosat. Monsanto ist der führende Hersteller von Glyphosat sowie von Gen-Saatgut.

Doch auch ohne den Anbau von Gen-Pflanzen gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, etwa im Obstbau, im Heimgarten, beim Anbau von Weihnachtsbäumen, auf industriell genutzten Flächen usw. Und auch in vielen Landwirtschaftsbetrieben wird der Acker kurz vor der Aussaat mit Glyphosat unkrautfrei gespritzt. Oftmals wird das Gift auch kurz vor der Ernte ausgebracht, um die Abreifung von zum Beispiel Weizen oder Raps zu beschleunigen. Dieses Verfahren nennt man Sikkation. In Deutschland sind 75 Glyphosat-haltige Mittel zugelassen, beispielsweise im Acker-, Obst-, und Weinbau, 44 davon auch für den Haus- und Kleingarten.

In der EU sind glyphosatresistente Pflanzen bisher noch nicht für den Anbau zugelassen. Doch wird sich dies bald ändern. Denn die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich bereits positiv zu den eingereichten Anträgen von glyphosatresistenten Mais- und Zuckerrübensorten geäußert.
 

Krebsauslöser - Embryonenkiller



Seit 1996 wird glyphosatresistente Gensoja in Europa als Futtermittel eingesetzt. In der EU werden jährlich etwa 36 Millionen Tonnen überwiegend Gen-Sojabohnen und -schrot eingeführt. Allein Deutschland importiert etwa Dreiviertel der Eiweißfuttermittel, überwiegend Gen-Soja. Über Eier, Milch und Fleisch gelangt Glyphosat auf unsere Teller, ebenso wie der in Glyphosat-Mischungen enthaltene Zusatzstoff POEA und das Abbauprodukt AMPA. Beide sind wesentlich giftiger als Glyphosat selbst. Daher ist POEA in Deutschland verboten. In Roundup ist es aber weiterhin erlaubt.

Dem Pflanzengift Roundup werden bis zu 15 Prozent POE-Tallowamine (polyethoxylierte Alkylamine, POEA) zugesetzt. Diese sind wesentlich giftiger als Glyphosat selbst und verstärken zudem die Giftigkeit von Glyphosat. POEA allein und in Kombination mit Glyphosat können Krebs auslösen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat im Juni 2010 veranlasst den Einsatz des Gifts zu beschränken: Pflanzen, die mit POEA-haltigen Herbiziden gespritzt wurden, dürfen nicht sofort als Lebens- und Futtermittel verwendet werden. Man befürchtet, dass POEA über Futtermittel auf tierische Produkte übergehen und so zu einer Gefährdung der Gesundheit von Menschen führt.

Glyphosat konnte jedoch bereits in menschlichem Blut und Urin nachgewiesen werden. So wurden im Urin eines an Botulismus erkrankten deutschen Bauern Glyphosat-Konzentrationen gemessen, die um das 1000-fache gegenüber den Vergleichspersonen belastet waren. Auch in Stallluft, Rinderkot und Futter wurden Glyphosat-Rückstände festgestellt. Zahlreiche Tiere sind bereits an Botulismus verendet. Insgesamt kann man in deutschen Ställen eine deutliche Zunahme an Tierkrankheiten beim Einsatz von genmanipulierten Futtermitteln feststellen. Allerdings wollen die Behörden keinen Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff Glyphosat und Tierkrankheiten sehen.

Aktuelle Studien belegen gravierende gesundheitliche Risiken von Glyphosat, POEA und AMPA schon bei geringsten Konzentrationen. Besonders besorgniserregend sind Hinweise auf eine hormonelle Wirkung. Auch Krebs, Zelltod, Fruchtbarkeitsstörungen, Schädigung des Erbguts, der Embryonalentwicklung, des Immunsystems, der Leber und des Nervensystems zählen zu den Folgen.

Um Gesundheitsgefahren möglichst auszuschließen, müsste ein Anwender nicht nur Schutzanzug und Maske tragen, sondern sicher stellen, dass sich im Umkreis von 500 m kein Lebewesen aufhält. In ländlichen Regionen Lateinamerikas, in denen glyphosatresistente Pflanzen angebaut werden, wird Roundup nahezu flächendeckend per Flugzeug versprüht. Die Anwohner sind schutzlos ausgeliefert. Dort hat sich von 2000 bis 2009 die Krebsrate bei Kindern verdreifacht. Die Rate der Fehlgeburten und Fehlbildungen stieg nahezu um das Vierfache an.

Ob und in welchem Umfang Rückstände von Glyphosat in Nahrungsmitteln auftreten, wird nur sporadisch kontrolliert. Überprüft werden vor allem Gemüse und Obst, bei deren Anbau Glyphosat kaum angewendet wird. POEA-Kontrollen finden nicht statt.

Glyphosat reichert sich vor allem in Samen (Getreide, Mais, Soja etc.) an. Bei wiederholter und später Anwendung werden besonders hohe Rückstandswerte erreicht. In der EU gilt für Glyphosat in Sojabohnen ein extrem hoher Grenzwert für Rückstände von 20 mg/kg. Für das Hauptabbauprodukt AMPA existiert kein zulässiger Rückstandswert, obwohl AMPA-Gehalte bis zu 25 mg/kg gefunden wurden. Noch sind die Grenzwerte für andere Lebensmittel, die überwiegend für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind, deutlich niedriger. Geht es nach Monsanto, sollen in der EU die Grenzwerte angehoben werden. Denn zur Zeit können zum Beispiel Linsen aus den USA auf Grund der Grenzwertüberschreitung nicht in die EU importiert werden.

Für das weltweit am häufigsten eingesetzte Pflanzengift und seine gesundheitsschädlichen Begleitstoffe sind geeignete, einfache und zugleich kostengünstige Nachweisverfahren noch nicht einmal verfügbar.
 

Mogelpackung Zulassungsverfahren



Die Zulassung der Pestizide beruht auf Daten und Studien, die Monsanto und Co selbst zur Verfügung stellen. Sie sollen die Unschädlichkeit der eigenen Produkte beweisen. Überprüft werden sie meist von Experten, deren Unabhängigkeit als umstritten gilt.

Industrie und Zulassungsbehörden sollen schon seit den 1980er Jahren ernstzunehmende Erkenntnisse über die Gesundheitsgefährdung von Glyphosat vorliegen. Deutsche Behörden sollen von Studien über Missbildungen der Föten von Ratten und Kaninchen gewusst haben. Auch, dass diese dramatischen Folgen schon bei geringen Dosierungen beobachtet wurden, war wohl bekannt. Doch diese Risiken wurden einfach heruntergespielt. Der Vorwurf gilt den deutschen Behörden! Denn Deutschland ist als Berichterstatter ("rapporteur" member state) für den Zulassungsprozess von Glyphosat verantwortlich. Das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vermittelt zwischen der Pestizidindustrie und der EU Kommission, wertet die Industriestudien aus und erstellt die Prüfberichte.

Obwohl die Hinweise auf Gesundheitsgefahren durch Glyphosat seit Jahrzehnten vorliegen und trotz immer neuer Studien, die auf die hohe Gefährlichkeit hinweisen, wurde die für 2012 anstehende Neuzulassung von Glyphosat von den EU-Behörden auf 2015 verschoben. Dafür wurde Ende 2010 extra eine neue EU-Richtlinie erlassen. Eigentlich wurde Glyphosat 2002 nur für zehn Jahre zugelassen. Die Zulassung wäre also 2011/2012 ausgelaufen. Ursprünglich basiert die Zulassung von Glyphosat auf Untersuchungen von 1987 bis 1994, also aus Zeiten vor der Einführung der genmanipulierten Sojabohnen.

Offenbar werden hier alleine die Lobbyinteressen berücksichtigt.
Diese Vorgehensweise ist unverantwortlich für Menschen und Umwelt!
 

Gift für die Umwelt



Der Anbau genmanipulierter glyphosatresistenter Pflanzen führt zu großen Umweltbelastungen.

Man schätzt, dass weltweit jährlich 2,5 Millionen Tonnen Pflanzengifte gespritzt werden. Nur 0,3 Prozent davon kommen mit den Zielorganismen in Kontakt. 99,7 Prozent gelangen ungefiltert in die Umwelt, den Boden und die Gewässer.

Glyphosat dringt direkt oder über Pflanzenmaterial bzw. Wurzelausscheidung in den Boden ein, oder wird durch Regen von Pflanzen abgewaschen. Glyphosat schädigt das Bodenleben, fördert krankheitserregende Pilze, beeinträchtigt die Aufnahme von Mikronährstoffen sowie die Krankheitsabwehr der Pflanzen und mindert den Ertrag. Pflanzenkrankheiten, die bislang als beherrschbar galten, treten verstärkt auf. Besonders giftig ist Glyphosat für Insekten, Amphibien und Fische. Sterblichkeitsraten von 53 bis 100 Prozent sind bei Insekten keine Ausnahme.

Glyphosat und das wesentlich stabilere AMPA reichern sich im Boden an. Glyphosat hat eine Halbwertzeit (die Zeitdauer, bis die Hälfte seiner biologischen Aktivität verloren geht) von 3 bis 240 Tagen, die Halbwertzeit von AMPA beträgt 78 bis maximal 875 Tage.

Durch Auswaschung und Oberflächenabfluss gelangt Glyphosat in Grund- und Oberflächenwasser. In den USA wurden in Teichen Glyphosat-Spitzenwerte von 1700 Mikrogramm pro Liter gemessen. Der EU-Trinkwassergrenzwert beträgt 0,1 Mikrogramm pro Liter.

Das Totalherbizid reduziert die pflanzliche Artenvielfalt auf dem Acker. Dadurch fehlt Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum. Durch die dramatische Ausbreitung lebensfeindlicher Soja-Monokulturen in Lateinamerika werden artenreiche Lebensräume wie Regenwälder und Savannen vernichtet.
 

Explosion der Super-Unkräuter



Glyphosat verursacht eine starke Zunahme resistenter Unkräuter. Im Jahr 2000 - nach nur dreijährigem Gensojaanbau - wurden in den USA die ersten resistenten Unkräuter gefunden. Inzwischen haben sich 21 glyphosatresistente Arten auf Millionen Hektar, überwiegend in Anbaugebieten der genmanipulierten Pflanzen, ausgebreitet. Ihre Zahl steigt stetig an. Besonders hartnäckige Arten werden bis zu 2,5 m hoch und mindern massiv die Erträge.

Die Folge: Noch mehr Pflanzengifte.

Glyphosat wird immer öfter gespritzt, die Dosierung erhöht und mehr und mehr zusätzliche Pflanzengifte ausgebracht. Inzwischen kommen auf einen Hektar Ackerfläche circa zehn Liter Gift. In den USA und in Lateinamerika steigt der Herbizidverbrauch jährlich rapide weiter an. Den Bauern entstehen dadurch Zusatzkosten von bis zu 44 Dollar pro Hektar. Von 2001 bis 2007 verdoppelte sich der Glyphosat-Einsatz in den USA auf über 80 Millionen Kilogramm pro Jahr. Die Veröffentlichung der Zahlen wurde daraufhin eingestellt. In Lateinamerika wurden nach Berechnungen allein 2008/2009 ca. 350 Millionen Liter Glyphosat gespritzt. Aber auch die rasche Ausweitung der RR-Sojaflächen um das 183-fache von 0,4 Millionen Hektar im Jahr 1996/97 auf 73 Millionen Hektar 2011 hat zu einem starken Anstieg des Glyphosat-Verbrauchs geführt. Im Wechsel mit Glyphosat werden wieder "alte", extrem giftige Herbizide eingesetzt, unter anderem Paraquat, 2,4-D und Dicamba. Dabei ist Paraquat höchst umstritten und auf Grund seiner hohen Humantoxizität seit 2007 in der EU verboten. Daher entwickelt die Industrie so genannte "stacked events", Gen-Pflanzen, die nicht nur Glyphosat, sondern auch weitere Herbizide überleben, die zusätzlich oder als Gemisch mit Glyphosat gespritzt werden. Doch die Unkräuter sind schneller: Einige sind bereits jetzt gegen mehrere Herbizide resistent.

Selbst Monsanto empfiehlt inzwischen den Einsatz zusätzlicher Herbizide und traditionelle Regulierungsmethoden. Weil die resistenten Unkräuter nicht mehr zu beherrschen sind, geben die ersten Landwirte bereits ihre Höfe auf.
 

Das Umweltinstitut München e.V. fordert:

  • Verkaufsstopp glyphosathaltiger Pflanzengifte an Privatpersonen

  • Stopp des Einsatzes glyphosathaltiger Pflanzengifte in der Landwirtschaft

  • Importstopp genmanipulierter Lebens- und Futtermittel

 

------------------------------Aktualisierung:

Glyphosat und seine Auswirkungen

Glyphosat spritzenGlyphosat kam zum ersten Mal im Jahr 1974 auf den Markt, als Hauptwirkstoff des damals neuen Totalherbizids »Roundup«. Inzwischen ist es zum meist verwendeten Pflanzenvernichtungsmittel der Welt aufgestiegen. In der Landwirtschaft wurde dieses Herbizid von Beginn an als ertragssteigerndes Mittel gefeiert, gesundheitliche Gefahren wurden nicht gesehen. Doch seit einigen Jahren werden kritische Stimmen lauter, die auf eine Vielzahl von möglichen negativen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und die Umwelt aufmerksam machen. Zuletzt mehrten sich vor allem die Anzeichen dafür, dass Glyphosat auch mit der schwerwiegenden, derzeit vor allem Rinder betreffenden Krankheit »chronischer Botulismus« zu tun haben könnte.

Glyphosat – Wirkung und Einsatz

In den ersten Jahrzehnten seiner Marktpräsenz wurde Glyphosat zunächst allein über das Produkt »Roundup« von Monsanto verbreitet. Mit Auslauf der Patentrechte in vielen Staaten der Welt steht mittlerweile aber auch eine zunehmend steigende Anzahl von Produkten auch anderer Firmen zur Verfügung. In Deutschland sind derzeit bereits 84 glyphosathaltige Produkte zugelassen (inkl. 13 unterschiedlicher »Roundup«-Produktausprägungen). Gemein ist diesen Produkten, dass sie mit Glyphosat einen Hauptwirkstoff beinhalten, der sowohl nicht-selektiv als auch systemisch wirkt. Dies bedeutet zum einen, dass der Wirkstoff nicht bloß gegen bestimmte einzelne Pflanzen wirkt, sondern generell gegen alle, und sich zum anderen über die Pflanzensäfte in sämtliche Pflanzenteile verteilt. Hinzu kommen bei vielen Produkten weitere Wirkstoffe, die mitunter dafür sorgen, dass das Glyphosat nach seiner Spritzung an den Pflanzen haften bleibt und leichter in ihr Inneres eindringen kann.

Glyphosathaltige Produkte werden in Hobbygärten, in hohen Maßen aber vor allem in der Landwirtschaft zur Vernichtung unerwünschter Pflanzen versprüht. Beim Anbau von Getreide und weiteren Ackerfrüchten geschieht dies in Deutschland zu zwei Zeitpunkten: kurz nach der Saat, aber noch vor dem sichtbaren Durchbruch der Pflanzen aus dem Boden (Vorauflauf), sowie bei der Sikkation (Austrocknung), bei der die Herbizide kurz vor der Ernte versprüht werden, um die gesamten Pflanzen und dabei gerade auch sämtliche noch unreifen Pflanzenteile vorzeitig abzutöten – Erntemaschinen können so effektiver arbeiten, der Ernteertrag gesteigert werden. Insgesamt ausgebracht werden hierzulande derzeit rund 15.000 Tonnen glyphosathaltige Pflanzenvernichtungsmittel pro Jahr. Noch weitaus größere Mengen dieser Mittel werden in Ländern wie den USA versprüht, in denen der Anbau von sogenannten »Roundup-Ready«-Pflanzen erlaubt ist – gentechnisch veränderte Pflanzen, die gegen Glyphosat resistent sind und die es somit ermöglichen, glyphosathaltige Pflanzenvernichtungsmittel vermehrt auch während des gesamten Wachstumsprozesses der Pflanzen einzusetzen. Derzeit liegt die Gesamtmenge des weltweit eingesetzten Glyphosats bei 740.000 Tonnen pro Jahr, eine Verdoppelung dieser Menge auf 1,35 Millionen Tonnen in den nächsten vier Jahren wird prognostiziert.

Bedenkenlos empfehlenswerte Glyphosat-Produkte?

Seit ihrer Markteinführung werden glyphosathaltige Pflanzenvernichtungsmittel mit Begriffen wie »Erntesicherung« oder »optimale Anwender-Flexibilität« beworben. Eine effektive Ernte sowie die Möglichkeit für landwirtschaftliche Betriebe, »wertvolle Arbeitszeit einzusparen und Prozesse zu optimieren«, stecken als Versprechen dahinter. Oft ist zudem auch von einer »sehr guten Umweltverträglichkeit« der Produkte die Rede, verbunden mit dem Hinweis, dass sie »in jeder Hinsicht den Anforderungen an eine moderne, umweltschonende und gleichzeitig leistungsfähige Landwirtschaft« gerecht werden. Bedenkenlos empfehlenswerte Produkte also? Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Mittlerweile gibt es eine große Anzahl von Studien und Berichten, die Indizien dafür liefern, dass der Wirkstoff Glyphosat nicht nur bedenklich, sondern tatsächlich auch äußerst gefährlich ist. Als noch gefährlicher kristallisiert sich zudem die Kombination aus Glyphosat und weiteren Wirkstoffen zu den in der modernen Landwirtschaft inflationär verwendeten »Roundup«-Produkten heraus. Ein im Jahr 2010 veröffentlichter Bericht eines internationalen Bündnisses von Wissenschaftlern fasst einige bis dato bekannten Fakten zusammen:

Die Gefahren

Schon in geringen Mengen schädigen Glyphosat und »Roundup« die menschlichen Embryonal- und Plazentazellen sowie die DNA von Menschen und Tieren. In menschlichen Zellen kann »Roundup« innerhalb von 24 Stunden zum vollständigen Zelltod führen. Nachweislich tödlich ist »Roundup« vor allem auch für Amphibien. Zudem bestehen bei Menschen und Tieren Zusammenhänge zwischen Glyphosat und Fehlbildungen/-geburten. Darüber hinaus weist eine neuere Studie darauf hin, dass Glyphosat solchen Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs den Weg ebnen sowie zu Depressionen, Herzinfarkten und Unfruchtbarkeit führen könnte. Nicht zuletzt hat Glyphosat hohe negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben: bestimmte krankheitserregende Pilze wie Fusarien (parasitäre Schimmelpilze, die ihren Wirt töten) werden gefördert, die Aufnahme von Mikronährstoffen und die Krankheitsabwehr von Pflanzen werden gestört, die für die Durchlüftung von Böden unverzichtbare Regenwürmer meiden mit Glyphosat belastete Böden.

Was durch Glyphosat verursachte Schäden betrifft, so sorgten in der Vergangenheit u. a. menschliche Krankheits- und Todesfälle in Argentinien für einige Aufmerksamkeit. Doch auch hierzulande können die Auswirkungen von Glyphosat beobachtet werden: Landwirte berichten über Atemwegsbeschwerden und Hauterkrankungen. Und auch ein zunehmender Verlust der biologischen Vielfalt, wie etwa das rapide Bienensterben in den vergangenen Jahren, kann auf den Einsatz von Glyphosat zurückgeführt werden.

Weitere Auswirkungen sind zu befürchten: Wie eine Leipziger Forschungsgruppe um Prof. Dr. Monika Krüger im vergangenen Jahr nachweisen konnte, sind inzwischen Rückstände von Glyphosat im Urin von Menschen und Tieren zu finden – und das selbst dann, wenn diese nicht direkt mit Glyphosat in Kontakt gekommen sind (etwa beim landwirtschaftlichen Spritzen, über Boden- und Wasserrückstände etc.). Diesen Befund bestätigt eine weitere im Juni 2013 veröffentlichte Untersuchung, die vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seinem europäischen Dachverband Friends of the Earth (FOE) initiiert wurde: so konnte Glyphosat im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen werden. Dies lässt klar darauf schließen, dass Glyphosat über Lebens- und Futtermittel aufgenommen wird. Unterstrichen wird dies durch eine Untersuchung der Zeitschrift Ökotest: 14 von 20 getesteten Produkten (Mehl, Brötchen, Getreideflocken) enthielten Glyphosat. Mit welchen Folgen die Aufnahme von Glyphosat über Lebens- und Futtermittel einhergehen kann, wird am Beispiel der Krankheit »chronischer Botulismus« bei Rindern deutlich.

Botulismus bei Rindern

Als Botulismus wird seit gut zweihundert Jahren eine durch Vergiftung ausgelöste Krankheit bezeichnet, die sowohl den Menschen als auch weitere Säugetiere befallen kann. In letzter Zeit macht die Krankheit vor allem im Zusammenhang mit Rindern und dabei vornehmlich mit Milchkühen verstärkt von sich reden, u. a. weil sie allein schon zwischen 1996 und 2010 in über 1.000 deutschen Rinderbetrieben nachgewiesen werden konnte. Die diesbezüglichen Probleme werden in einer Themenausgabe der regelmäßig erscheinenden Informationsschrift Agrar-Info der Agrar-Koordination (Forum für internationale Agrarpolitik e. V.) u. a. wie folgt zusammengefasst: »immer mehr erbärmlich verendende Kühe, totgeborene Kälber, das erschütternde Leid der betroffenen bäuerlichen Familien und verlassene Höfe«.

Unterschieden wird generell zwischen dem klassischen oder akuten Botulismus und dem chronischen oder viszeralen Botulismus. Erzeugt wird der Botulismus in beiden Fällen durch Gifte des Bakteriums »Clostridium botulinum« und dabei hauptsächlich durch ein Neurotoxin (Nervengift), das als »BoNT« bezeichnet wird – ein Gift, das als stärkstes überhaupt bekannt ist und von dem laut dem Kritischen Agrarbericht rein theoretisch eine Menge von 40 g ausreichen würde, um die gesamte Weltbevölkerung zu vernichten. Als Symptome bei erkrankten Rindern zählt der Agrarbericht die folgenden auf: »auffälliger Leistungsabfall, hochgezogener Bauch, Auszehrung, Torkeln und Entenlauf, eingeschränkte Reflexe, gestörtes Trinkverhalten, andauernder Speichelfluss, Pansenlähmungen, Labmagenverlagerungen und nicht heilende Hautwunden.«

Chronischer Botulismus durch chronische Glyphosat-Vergiftung

Botulismus-Bakterien vermehren sich in erster Linie in Fleisch und Pflanzen, die der Fäulnis ausgesetzt sind. Wird eine solche mit dem Nervengift BoNT durchsetzte Nahrung von Rindern aufgenommen, dann liegt ein Fall von klassischem Botulismus vor. Verhindert werden kann dieser durch eine reine, unverdorbene Nahrung. Beim chronischen Botulismus hingegen sind es zunächst allein die Sporen der Botulismus-Bakterien, die mit der Nahrung aufgenommen werden und die erst im Darmtrakt damit beginnen auszukeimen – ab einer gewissen Dichte an entstehenden Bakterien führt dies schließlich zu einer chronischen Ausbildung von BoNT. Die so erkrankten Rinder werden dabei zu Dauerausscheidern von Sporen der Botulismus-Bakterien, womit ein erhöhtes und dauerhaftes Infektionsrisiko auch für nicht erkrankte Tiere und die betroffenen Landwirte gegeben ist. Letzteren drohen dem Kritischen Agrarbericht zufolge im Falle einer Infektion »Muskelschwäche, Schweregefühl der Augenlider, Kloßgefühl beim Schlucken, gehäufter Harndrang mit fortbestehendem Restharngefühl«.

Lange Zeit blieb unklar, weshalb immer mehr Rinder an chronischem Botulismus erkranken und dabei vor allem Hochleistungsmilchkühe, obwohl die Tiere auch früher schon regelmäßig in Kontakt mit dem Botulismus-Bakterium und dessen Sporen standen. Seit dem letzten Jahr verdichten sich jedoch die Indizien, dass als Hauptauslöser der Krankheit Glyphosat benannt werden kann. Denn wie die oben bereits erwähnte Leipziger Forschungsgruppe um Prof. Krüger ebenfalls herausfand, tötet Glyphosat gesundheitsfördernde Bakterien in Magen und Darm, womit die Darmflora erheblich geschädigt wird. Bakterien wie das Botulismus-Bakterium können so nicht mehr ausreichend abgewehrt werden. Äußerst bedenklich ist daher die Aufnahme von Futtermittel, das vorab (vor allem in der Spritzphase kurz vor der Ernte = Sikkation), mit Glyphosat behandelt wurde. Kaum verwunderlich erscheint schließlich auch, dass gerade Hochleistungsmilchkühe verstärkt betroffen sind: Der überwiegende Anteil der 78 % Eiweißfuttermittel, die für die Tierfütterung in die EU importiert werden und die gerade Hochleistungstiere dauerhaft in großen Mengen als Kraftfutter zugeführt bekommen, ist gentechnisch verändertes Soja – von diesem kann ausgegangen werden, das es in hohen Maßen mit Glyphosat behandelt wurde.

Und die Politik?                                             

Was die Politik betrifft, so sind die Aussichten bei der Gefahreneinstufung von Glyphosat und einem damit einhergehenden möglichen Verbot des Wirkstoffs eher ernüchternd: der deutschen Regierung ist bereits seit 1998 bekannt, dass Gefahren wie Missbildungen von Glyphosat ausgehen, der EU seit 1999. Seither wurden zudem dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dem Umweltbundesamt (UBA) sowie dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) laufend neue Erkenntnisse über die Gefahren von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln von Wissenschaftlern präsentiert, zuletzt z. B. eine wenig ernst genommene Studie der Universität Caen. Doch auch eine bemerkenswerte Anzahl von immer wieder neuen Erkenntnissen führte bisher kaum zu einem Umdenken in der Politik, was vornehmlich darauf zu beruhen scheint, dass Glyphosat v. a. noch vom BfR nach wie vor als weitestgehend unbedenklich eingestuft wird (s. auch hier). Und auch in Sachen chronischer Botulismus sieht es nicht anders aus: Zwar fördert die Bundesregierung mittlerweile seine Erforschung, doch wird sein Status als ernstzunehmende Krankheit nach wie vor vom BMELV aufgrund von vermeintlich fehlenden wissenschaftlichen Nachweisen in Zweifel gezogen (s. auch hier). Besonders bedenklich hierbei: Als Berichterstatter bei der EU-weit gültigen Wirkstoffgenehmigung, die am 31.12.2015 ausläuft und die bis dahin einer Neubewertung unterzogen werden muss, ist Deutschland u. a. für die Auswertung von Studien sowie für die Erstellung des Prüfberichts verantwortlich – was Glyphosat betrifft, ist Deutschland somit federführend.

Als erwähnenswert positive Entwicklung kann inzwischen immerhin die Zustimmung des Bundesrats gelten, den Einsatz von Glyphosat zumindest für Haus- und Kleingärten zu untersagen, wenngleich dies auch nur als erster Schritt hin zu einem Glyphosat-Verbot auch in der Landwirtschaft gesehen werden sollte. Positiv ist zudem die Initiative der deutschen Umweltministerkonferenz (UMK), die im November 2013 eine umfassende Prüfung der Wirkungen glyphosathaltiger Mittel auf den Weg brachte und die künftige Bundesregierung dabei aufforderte sicherzustellen, dass aktuelle Erkenntnisse zur Wirkung von Glyphosat auf Menschen und die Umwelt in die anstehende Glyphosat-Neubewertung mit einfließen.

Weshalb sich insgesamt gesehen bisher politisch eher kaum etwas regte, kann nur gemutmaßt werden, doch bergen die Mutmaßungen einigen Zündstoff: Im Jahr 2012 konnte über einen Testbiotech-Report aufgezeigt werden, dass das BfR – hierzulande eine maßgebliche Instanz bei der Bewertung von Glyphosat – nicht als unanfällig gegenüber der Einflussnahme von agrarindustriellen Lobbyisten gelten kann. Demnach stehen viele der Kommissionsmitglieder für genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel und auch hochrangige Angestellte des BfR in enger Verbindung zur Agroindustrie. Wird nun einmal analog der Blick auf die Kommissionsmitglieder für Pflanzenschutzmittel und ihre Rückstände gerichtet, so zeigt sich auch hier, dass einige Kommissionsmitglieder u. a. eng mit den Großkonzernen BASF, Bayer und Syngenta in Verbindung stehen oder standen – Konzerne, von denen sich die beiden letztgenannten erst kürzlich massiv gegen ein Verbot bestimmter Pestizide eingesetzt haben und die allesamt auch glyphosathaltige Mittel in ihren Produktpaletten führen. Beachtet man allein schon den Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar, den Monsanto mit seinem Produkt »Roundup« macht, dann dürfte klar werden, dass auch alle weiteren Agrokonzerne und ihre Konzernvertreter ein Verbot dieses Wirkstoffs zu verhindern suchen.

Forderungen

Eine unübersehbare Zahl an Indizien und Erkenntnissen spricht mittlerweile dafür, dass das Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat als hoch lebensfeindlich für den Menschen und seine Mitwelt einzustufen ist. Entsprechende Studien sollten bei dessen Risikobewertung endlich maßgeblich berücksichtig werden. Dass dies bisher noch nicht ausreichend geschehen ist, kann als politisches Versagen bezeichnet werden. Es muss als weithin unverständlich gelten, dass glyphosathaltige Mittel trotz aller negativen Anzeichen weiter massenhaft ausgebracht werden dürfen – ein sofortiger Verkaufsstopp ist stattdessen zu fordern. Denn bis nicht ausreichend bewiesen werden kann, dass Glyphosat keine gesundheitlichen und weiteren Schäden nach sich zieht, darf wirtschaftlichen Interessen auch keinerlei Vorrang eingeräumt werden. Doch muss auch dort sofort gehandelt werden, wo Glyphosat bereits jetzt zunehmend Schäden anrichtet: So fordert die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hinsichtlich des chronischen Botulismus einen sofortigen Stopp des Einsatzes von mit Glyphosat behandeltem Futtermittel. Nicht zuletzt muss auch das System in Frage gestellt werden, das Druck auf die Landwirte ausübt, immer höhere Erträge zu erzielen – ohne Rücksicht auf die Mitwelt. -http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/glyphosat-auswirkungen

Film: ZDFzoom: Das tägliche Gift - Risiko Pestizide
http://www.youtube.com/watch?v=6yNBU1_07vg

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Weitere Informationen zum Thema:

Hier können Sie aktiv werden: www.umweltinstitut.org/roundup_verbieten
http://umweltinstitut.org/gentechnik/aktionen/hintergrund-roundup-912.html

Stand: September 2011
Fotos: Chayar Comunicación

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Ist die Bayer AG noch bedrohlicher als Monsanto?

F. William Engdahl

 

Neue Untersuchungsergebnisse, welche die Gefährlichkeit der meistverkauften chemischen Insektenvernichtungsmittel der Bayer AG bestätigen, sind mehr als beunruhigend. Die Mittel werden mit dem dramatischen Anstieg des Verschwindens von Bienenvölkern und dem Tod von Singvögeln in Europa und Nordamerika in Verbindung gebracht.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/f-william-engdahl/ist-die-bayer-ag-noch-bedrohlicher-als-monsanto-.html

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